Wohnanlage Generation+ und Pflegestützpunkt Salem

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Wohnanlage Generation+ und Pflegestützpunkt Salem

Der Präsident der Plattform, Lothar Riebsamen, lud den Vorstand und den Arbeitsausschuss zur turnusmäßigen Sitzung am 13. Mai 2024 ein. Diesmal war die 2021 neu bezogene „Wohnanlage Generation+“ in Salem als Sitzungsort ausgewählt.

Frau Ute Lenski, die Pflegedienst-Leiterin der Sozialstation Bodensee als Betreiberin des Pflegestützpunktes, entbot uns einen herzlichen Gruß und erläuterte uns ausführlich das Konzept der Einrichtung, die neben den betreubaren Wohnungen 15 Plätze für Tagespflege der „Gäste“ anbietet. Darüber hinaus stehen 4 Betten für eine Nachtpflege von 19 bis 7,30 Uhr zur Verfügung. Für die Tagespflege sind pro Tag € 25,- als Eigenanteil zu entrichten. Sozial Schwache können hier aber einen Zuschuss erhalten. Die Tagespflege wird pro Bett/Jahr mit € 20.000,- von den Sozialversicherungen bezuschusst. Es ergaben sich zahlreiche Fragen an Frau Lenski (Personalsituation, Tagesstruktur, Mitarbeiter-Einsatz usw), die sie kompetent beantworten konnte. Wie schon öfter gab es auch dazu wieder die Feststellung, dass manche Dinge in Deutschland, der Schweiz, Österreich oder Liechtenstein unterschiedlich organisiert sind.

Gleich im Anschluss erläuterte uns der „Baumeister“ der Wohnanlagen Generation+, Herr Bernhard Straßer, dass er bereits seit 25 Jahren betreubare Wohnungen für ältere Menschen errichtet, die ihren bisherigen Wohnsitz aus unterschiedlichsten Gründen aufgeben. In der Anlage Salem mit 88 Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen gibt es Eigentümer als auch Mieter. Die ganze Anlage wird von einem eigenen Betreuungsverein verwaltet.

Ziel ist es, den Bewohnern eine möglichst lange Selbstständigkeit zu ermöglichen, indem sie tägliche Arbeiten selbst erledigen, jedoch Hilfsdienste in Anspruch nehmen können, wenn solche benötigt werden. Vor kurzem ist in der Anlage auch eine Apotheke eingezogen. In den vorhandenen Gemeinschaftsräumen finden auch Veranstaltungen statt, die vorwiegende von Ehrenamtlichen organisiert werden. Auch Hr. Straßer wird für seine Ausführungen und die Beantwortung der zahlreichen Fragen herzlich gedankt und festgestellt, dass solche Einrichtungen sehr geeignet sind, den stationären Pflegebereich wirksam zu entlasten.

Der Präsident berichtet anschließend über eine Einladung zur Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses der Internat. Bodensee-Konferenz IBK Ende April in München, wo er die Arbeit unserer Plattform darlegen konnte. Der Austausch war wertvoll und mit der stv. Leiterin der IBK Geschäftsstelle, Frau Keller, wurde vereinbart, die Zusammenarbeit auch mit dem Wirtschaftsausschuss zu vertiefen. Als wichtiges Thema wurde das „Potential älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft“ hervorgehoben.

Der Digital Pakt Alter war Thema des nächsten Berichts und der Vorsitzende verteilt dazu eine neue Broschüre, die auch digital abrufbar ist: www.digitalpakt-alter.de (diese Seite scheint aktuell ein technisches Problem zu haben, bis zur Lösung kann sie im Archiv abgerufen werden).
Ziel dieser deutschlandweiten Aktion ist es, durch Schulungen und Informationen der älteren Generation den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern. Daraufhin entwickelt sich einmal mehr eine rege Diskussion über die Möglichkeiten und Gefahren der Digitalisierung bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Es wird festgehalten, dass immer mehr öffentliche Dienstleistungen nur mehr per App zugänglich sind, was einer Diskriminierung aller noch „analogen“ Menschen gleichkommt. Das Thema wird uns auf jeden Fall noch länger beschäftigen.

Für die im Herbst 2024 stattfindende Mitglieder-Versammlung soll das Motto „Vier-Klang“ des deutschen Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zum Thema gemacht und eine sehr prominente und kompetente Vortragende eingeladen werden. Darunter werden die folgenden 4 Schwerpunkte verstanden:

  1. Kompetenz älterer Menschen betonen
  2. Stärkung der Anreize, sich in die Gesellschaft einzubringen (Arbeitsmarkt, Ehrenamt, Familie)
  3. Ausbau präventiver Maßnahmen (Kosten senken, Lebensqualität erhöhen)
  4. Unterstützung in kritischen Lebenslagen (Einsamkeit, Altersarmut…)

Es soll auch geklärt werden, ob ev. die IBK aktiv an der Tagung teilnimmt, die idealerweise in Konstanz stattfinden könnte und ob dazu ein größerer Kreis von Interessierten geladen wird.

Unter „Allfälligem“ wird unter anderem über die öffentlichen Reaktionen zur Resolution „EU-Führerschein-Überprüfung“ berichtet. Auf eine Tagung der Fachhochschule St. Gallen zum Thema Digitalisierung wird hingewiesen.

Zum Schluss der Sitzung wird Frau Ingrid Bregenzer für die Sitzungsorganisation und Vorbereitung herzlich gedankt, es gab viele neue Anregungen.